Mediaboard

AV-Receiver, Blu-ray Player, Apple TV, Telekom Media Receiver, Ethernet Switch und ein großer Center Lautsprecher... das alles möglichst ansehnlich und passend zur restlichen Raumgestaltung in einem Mediamöbel "von der Stange" unterbringen - nahezu unmöglich. Das zumindest war mein Eindruck nach erfolgloser Suche.
Nach ein paar Abenden standen dann die ersten CAD Entwürfe. Fazit - es ist durchaus möglich sich ein entsprechendes Möbel selber zu bauen. Vorausgesetzt man verfügt über ein paar rudimentäre Werkzeuge, welche man zu bedienen weiß und man ist gewollte Zeit wie Arbeit in nicht unerheblichen Maße zu investieren.
Nach den ersten Konzepten, welche frei ins Blaue gezeichnet waren, kristallisierten sich dann erst die eigentlichen Anforderungen heraus.

Anforderungen

  • Platz für alle meine Geräte, sowie entsprechend Reserven für zukünftige Anschaffungen
  • Integration des Center Lautsprechers unter Berücksichtigung akustischer und ästetischer Aspekte sowie der gegebenen Platzbedingungen im Raum
  • Integriertes Kabel- und Powermanagement für stationäre Geräte sowie für portable, temporär angeschlossene Komponenten (Notebook, HDD, USB Stick, etc.)
  • Klassisches Design, Formsprache sollte im Einklang mit vorhandenen Möbeln im Wohnzimmer sein

Der Korpus

Vorderansicht

CAD Modell vom leeren Korpus

Rückansicht

CAD Modell vom leeren Korpus
Die Form des Grundgestelles erfüllt soweit alle Anforderungen. Highlight ist wohl der Platz für den Center Lautsprecher. Eine solche teilintegrierte Lösung habe ich zuvor noch nirgendwo gesehen. Mir kommt es hierbei in erster Linie auf die geringe Gesamtbauhöhe (mit Center) an, welche durch die Position des Fernsehers an der Wand gewissermaßen vorgegeben ist. Bei einer sehr flachen Ausführung des kompletten Boards würde es eng für die restlichen Komponenten werden. Außerdem wirkt der große Center auf einem flachen und schlanken Möbel irgendwie klobig. Den Center komplett in ein Fach des Boards zu zwängen ist zumindest aus akustischer Sicht auch nicht die beste Lösung.

Direkt unter dem Center, welcher auf einem robusten 27 mm starken fest verschraubten Bodenplatte Platz findet, sind 2 Glasböden vorgesehen. Die sich hier ergebenden Fächer sind ausreichend für Blu-ray Player, Media Receiver und Apple TV. Durch Bürstendurchführungen können alle Anschlussleitungen bequem nach hinten weg geführt werden.

Das rechte obere Fach ist für den AV-Receiver vorgesehen, welcher es nahezu gänzlich ausfüllt. Um die Zugänglichkeit von hinten zu vereinfachen, weißt die Rückwand hier einen Vollausschnitt auf. Da ich mit dem Pioneer VSX-831 derzeit einen recht voluminösen AV-Receiver einsetze, sollte der Platz auch für Nachfolgegeräte ausreichen. In Hinblick auf spätere Konfigurationsänderungen ist die Rückwand, welche jetzt den Vollausschnitt aufweist, mit wenigen Handgriffen demontierbar und kann somit problemlos durch ein Pardon mit anderem Ausschnitt ersetzt werden. Selbiges trifft für das linke obere Fach zu, welches vorerst keinem Gerät zugewiesen ist. Die Fachhöhe ist angepasst auf die Höhe von Blu-ray Disc Hüllen, was somit den linken Fach einen ersten praktischen Nutzen zukommen lässt.
Die beiden äußeren unteren Fächer werden je einen Vollauszug-Schubkasten aufnehmen. Wobei der linke ein Media-Dock mit HDMI, USB und Line-In beinhalten wird.

Durch die hinten nicht bündig abschließenden Rückwände bietet sich, insbesondere auf der linken Seite, die Möglichkeit einen Ethernet Switch sowie die Anschlussbox vom TV zu montieren. Zentral hinter dem Center Lautsprecher ist Platz für eine 230 V Steckdosenleiste vorgesehen. Wobei ich hier noch Bedenken habe, diese Leiste so nah am Center zu montieren. Ein praktischer Versuch bringt mir hoffentlich Klarheit, ob von der „Hauptleitung“ Störungen ausgehen, welche sich negativ auf den Lautsprecher auswirken. Vielleicht bin ich hier aber auch nur etwas übervorsichtig und meine Zweifel sind völlig unberechtigt.

Gesamtentwurf

So könnte es aussehen. Im CAD Rendering dargestellt das Mediaboard mit Center Lautsprecher, ein Saxx CX 50 face sowie die beiden Front Lautsprecher, Saxx CX 30 auf Ständern neben dem Board, hier im Rendering etwas näher beisammen gerutscht. Die Rückwände sind ausgeblendet.

Materialien und Beschläge

  • Holz

    Ich habe lange hin und her überlegt und bin letzten Endes bei Buche stehen geblieben. Leicht war die Entscheidung nicht, gerade da meine Anderen Möbel im Wohnzimmer aus Nadelholz mit doch sehr ausgeprägter Maserung sind. Also Plattenmaterial setze ich zwei Stärken Buche Leimholz in entsprechender Möbelqualität ein. Die äußeren Ständer und Querträger sind aus massiven Vierkantleisten.
  • Verbinder

    Bis auf die zwei äußeren Seitenteile wird alles geschraubt, an später nicht sichtbaren Stellen mit Confirmat-Schrauben und im Sichtbereich mit Minifix-Korpusverbindern welche mit entsprechenden Eindrehmuffen halt im Massivholz finden.
  • Auszüge

    Bei den beiden Schubkästen setze ich auf das Legrabox System von Blum in der Edelstahlausführung. Der Schubkasten-Vollauszug ist hierbei in den beiden Seitenteilen integriert. Ähnlich wie bei Unterflurführungen ist hierbei im ausgezogenen Zustand keinerlei "Mechanik" zu sehen. Größer Vorteil ist bei der Verwendung eines solchen Boxsystems jedoch der reduzierte Arbeitsaufwand, sowohl was die Planung aus auch die spätere Fertigung betrifft.
  • Finish

    Beim Finish bin ich mir noch nicht ganz sicher. Hier brauche ich wohl erstmal ein paar Musterstücke. Bis jetzt ist eine Hartwachs- und Öl-Behandlung um auf einen dunklen grau-braun Ton zu kommen.

Hier geht's demnächst weiter

Derzeit arbeite ich mich mit einigen Musterstücken tiefer in das Thema Holzbearbeitung ein. Insbesondere das Kapitel Möbel-/Korpus-Verbinder ist sehr umfangreich, meiner Meinung nach divergieren Theorie und Praxis hier sehr stark, somit habe ich mich für die "Praktischen Übungen" entschieden.

Wenn es mit dem eigentlichen Projekt weiter geht, geht´s natürlich auch mit dem Artikel weiter.

Weiterführende Links

Igus

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Blum

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Blum ist ein weltweit tätiges Unternehmen, das auf die Herstellung von Möbelfunktionsbeschlägen spezialisiert ist.

Ligno

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