Tiki Bar
selber bauen
Wie kommt man zu einer Tiki Bar im eigenen Garten?
„Schatz, kannst du mal mein Auto ausladen – ich habe uns was mitgebracht.“ So ging es 2020 los. Meine Frau hat irgendwo gesehen, wie man sich in 5 Minuten aus ein paar Paletten eine Bar bauen kann – zumindest ging das entsprechende Video nur 5 Minuten. Daraufhin hat sie Paletten besorgt und im Internet wahllos ein paar Bambusrohre bestellt. Aus diesem Material sollte ich dann eine Bar bauen… zum Glück wurde ich dazu nicht, bei Brot und Wasser in ein dunkles Kämmerchen gesperrt 😉
Da ich aber nicht der Typ bin, der mehr oder weniger einfach drauf los macht, ging es erstmal an die Recherche. Was und wie haben andere Leute schon so gebaut, war hierbei die Hauptfrage. Leider konnte man 2020, bis auf ein paar Fotos auf Pinterest kaum entsprechende Projekte im Internet finden. Also mussten die gefunden Fotos als Vorlage reichen, den Rest habe ich mir selber überlegt. Mit Bambus hatte ich bis dato auch noch nie gearbeitet, somit ist es dann doch auf Learning by Doing hinausgelaufen. Ein paar Skizzen gab es natürlich, nicht zuletzt um zu wissen was ich noch an Material besorgen muss.
Was ist überhaupt eine Tiki Bar?
Eine klare Definition gibt es hier sicherlich nicht. Die englischsprachige Wikipedia enthält jedoch einen Eintrag, welcher sinngemäß folgende Beschreibung enthält:
Eine Tiki-Bar ist ein exotisch anmutendes Trinklokal, in dem kunstvolle Cocktails serviert werden. Insbesondere auf Rum basierende Mischgetränke wie Mai Tai und Zombie-Cocktails. Tiki-Bars sind ästhetisch definiert durch ihr Dekor der Tiki-Kultur, das auf einer romantischen Vorstellung von tropischen Kulturen basiert. Einige Bars enthalten auch allgemeine nautische Themen oder Retro-Elemente aus dem frühen Atomzeitalter.
Anforderungen
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Mobil
Auf der Terrasse verfahrbar und somit freie Positionierbarkeit.
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Stabil
Tiefer Schwerpunkt für einen sicheren Stand, auch bei Wind.
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Elektrik
Integrierte Beleuchtung und 230 V Stromverteilung.
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Authentisch
Material und Verarbeitung im klassischen Stil.
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Wetterfest
Die Bar soll das ganze Jahr im freien stehen können.
Korpus
Die Basis der Bar bildet der Korpus, welcher aus einem massiven Boden, den Seitenteilen aus Paletten und der Theke, ebenfalls aus massiven Bohlen, besteht. Selbst im unverkleideten Zustand bringt diese Konstruktion schon einiges an Gewicht auf die Waage, ein Handling alleine war kaum möglich.
Um auf eine ausreichende Thekenhöhe zu kommen habe ich die quer verbauten Europaletten oben und unten mit einem 6 cm breiten Rahmen versehen. Oben ist dieser Rahmen geschlossen, was zusätzlich Stabilität bringt. Inklusive der Rollen unter der Tiki Bar ergibt sich so eine Thekenhöhe von 110 cm, was so auch der weitläufigen „Standardhöhe“ für einen Bartheke entspricht. Verschraubt habe ich die Paletten mit langen Sparrenschrauben, welche durch die Klötzer der halbierten seitlichen Paletten hindurch reichen und im Klotz der vorderen Palette eingeschraubt sind. Die Rahmen sind mit normalen Spanplattenschrauben an den Paletten fixiert. Theke und Boden hingegen mit Sparrenschrauben, durch den Rahmen in die Palettenklötzer.
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Paletten vorbereiten
Los ging es mit der Demontage von Paletten für die späteren Seitenteile des Korpuses.
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Verschraubung
Für die Verschraubung mit langen Sparrenschrauben habe ich die Seitenteile vorgebohrt.
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Die Basis
In Summe 6 Sparrenschrauben halten die drei Teile fest zusammen.
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Rahmen
Aufgeschraubter Rahmen um die Höhe anzupassen.
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Boden und oberer Rahmen
Der durchgängige obere Rahmen bringt zusätzlich Stabilität. Den Boden bilden drei 40 mm starke Bohlen.
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Erste Schleifarbeiten
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Thekenfinish
Die Bohlen der Theke habe ich ordentlich mit Lötlampe und Flex bearbeitet um ein rustikales Finish zu erhalten.
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Feierabend
Nach ein paar Stunden Arbeit sieht der Korpus schon ganz gut aus.
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Toleranzen
Toleranzen der Euro-Paletten habe ich mit Distanzklötzchen ausgeglichen, sodass der Rahmen gerade und spannungsfrei verschraubt werden kann.
Aufbau
Der Aufbau, welcher das charakteristische Dach aus Palmenblättern trägt, ruht auf zwei Bambusrohren. Für die nötige Stabilität tauchen die ca. 2 m langen Rohre 70 cm tief in den Korpus ein. Am unteren Ende habe ich einen Palettenklotz als Auflage montiert. Fixiert sind die Rohre mit Lochband an zwei Stellen und zusätzlich mit PU-Kleber in der Durchführung der Theke. Im oberen Bereich sind die vertikalen Rohre durch zwei horizontale Rohre verbunden, dies gibt der Konstruktion zusätzlich Steifigkeit. Die Rohrdurchmesser habe ich hier so gewählt, dass immer ein dünneres Rohr in ein dickeres eintauchen kann. Die für diese Verbindung erforderlichen Bohrungen lassen sich problemlos mit einer Lochkreissäge anfertigen. Verklebt habe ich alles mit PU-Kleber, dieser hat den Vorteil das er quellend ist, wodurch Spalten problemlos gefüllt werden.
Wichtig ist, dass man erst alle Rohre komplett zusammensteckt, bevor man klebt und die beiden Hauptrohre final im Korpus fixiert. Die Lochdurchmesser habe je 5 bis 10 mm größer als das einzusteckende Rohr, gewählt. Zum einen hat man so genug Spielraum, um Toleranzen auszugleichen und kommt auch gut mit der Kleberdüse in den Spalt.
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Erste Anprobe
Beim ersten Test hat sich gezeigt das der Rahmen etwas zu breit ist, im Bereich der Rohre musste ich etwas Material entfernen.
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Bohren
Bohren der Löcher in der Theke.
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Rohrbefestigung
Mittels Lochband lassen sich die Rohre im Korpus befestigen, unten stehen sie auf einen Palettenklotz auf.
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Beide Rohre montiert
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Kleine Skizze
Um den Zuschnitte und die Positionierung der Dachkonstruktion zu erleichtern, habe ich mir eine Skizze angefertigt, welche als grobe Vorlage diente.
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Der Plan
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Verschraubt
Die Rohre der Dachkonstruktion habe ich zuerst mit metrischen Schrauben und Muttern verschraubt, später werden die Verbindungsstellen mit Kokusseil verstärkt.
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Vorbereitung Quertraverse
Für die Aussteifung in Längsrichtung, sind in den Seitenrohren je zwei Löcher gebohrt.
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Glashalter
Als kleines Gimmick sind an der Quertraverse vier Weinglashalter eingearbeitet.
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Quertraverse eingebaut
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Dachlattung
Aufbau inkl. Dachlattung fertig gestellt. Die beiden Lampen, mit innenligender Zuleitung sind ebenfalls montiert.
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Strom
Im Korpus werden später ein paar Steckdosen und ein Schalter für die Beleuchtung installiert, dafür habe ich schonmal die Leitungen verlegt.
Dach
Beim Unterbau des Daches (Sparren und Latten) habe ich auf eine klassische Verbindungsart zurückgegriffen. Aufgrund der gleichen Durchmesser der Rohre war ein Kleben, wie beim Aufbau, nicht möglich. Traditionell findet man oft Verbindungen, welche mit Seil ausgeführt sind. Sehr gut eignet sich hier Seil aus Kokosfasern. Durch die raue Struktur ist hier schon nach zwei Wicklungen kaum noch Bewegung zwischen den Seilen möglich. Da ich am Anfang dieser Verbindungsart noch etwas skeptisch gegenüberstand, sind die Stellen, wo es möglich war, zusätzlich mit je einer Schraube und Mutter verschraubt.
Eingedeckt ist das Dach, mit Matten aus Palmenblättern. Diese gibt es in verschiedenen Breiten und Längen. Für mein Dach mit einer Ortganglänge von 75 cm einer Trauflänge von 2 m nutze ich je Seite 4 Matten in der Größe 100 x 80 cm. Somit entsteht ein schöner Überstand an der Traufe.
Alternativ zu den Matten aus Palmenblättern, werden ähnlich aussehende Matten aus getrocknetem Seegras angeboten. Diese habe ich auch ausprobiert und war von der Haltbarkeit nicht überzeugt. Bei Wind brechen wesentlich mehr Blätter ab und nach ein paar Regenschauern sieht das Dach auch nicht mehr sehr ansehnlich aus. Hier würde ich jeden raten ein paar mehr Euro, für echte Palmenblätter, zu investieren.
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Lattung
Mit Kokusseil befestigte Latten.
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Palmen-Dach-Matten
Im Laufe der Jahre habe ich verschiedenste Matten als Eindeckung verwendet. Hier 1 m lange Matten, welche vom First bis zur Traufe reichen. Leider waren diese Matten nicht sehr haltbar, da sie nur aus Seegras hergestellt waren.
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Erste Eindeckung
Hier mit 1,5 m breiten, aber nicht so langen Matten eingedeckt, folglich liegen die Matten im mittlerem Bereich doppelt, was auch nicht so das Wahre ist. Den Korpus habe ich von außen mit Unterspannbahn verkleidet.
Bau und Bar in Bildern
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Bambus Lieferung
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Ölen des Tresens
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Bambusmatte als äußere Verkleidung
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Erster Test der Bar 😉
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Schleifen der Innenverkleidung
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Ölen der Innenverkleidung
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Ausgesägtes „Surfbrett“
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Geschliffenes „Surfbrett“
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Schriftzug mit Wiklenschleifer „graviert“
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Gebeiztes TIKI BAR „Surfbrett“
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Stückliste Bambus
ohne Bambusmatte
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Dekoration
Richtig lebendig wird die Tiki Bar natürlich erst mit der passenden Dekoration. Hier sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt. Bis auf das Tiki Bar Schild in Surfbrett-Form haben wir uns hier aus dem breiten Angebot von Amazon bedient. Unter
„Tiki Deko“ findet man auf Amazon alles, vom einfachen Blechschild über leuchtende Neonreklame bis hin zu ausgefallenen Trinkgläsern oder Tiki-Masken in allen Größen.
Das selbst gestaltete Surfbrett ist schnell gebaut. Ich habe die Form grob aus einem Brett geschnitten und anschließend mit der Fächerscheibe die Kanten verrundet. Auch den Schriftzug habe ich rustikal mit der Fächerscheibe eingraviert. Für das Finich kommt eine Mahagoni-Beize und sandfarbener Lack für den Schriftzug zum Einsatz. Anschließend wurde das Schild mit einem farblosen Öl versigelt.
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Stand: 12. Juni 2026 20:25 Uhr
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Pflege und Instandhaltung
Unsere Tiki Bar steht das ganze Jahr im Freien. Durch eine angrenzende Hauswand und etwas Dachüberstand zwar nicht sehr exponiert aber dennoch Wind und Wetter ausgesetzt. Gerade nach dem Winter sieht der Bambus und vor allem das Palmenblätterdach nicht mehr sehr schön aus. Beim Bambus gib es in meinen Augen zwei grundlegende Witterungserscheinungen, zum einen ist er anfällig für Stockflecken und er verliert über die Zeit seinen Glanz. Beidem kann man mit den passendem Pflegemittel gut entgegenwirken. Mein Favorit ist hier das
Pflege Set von de-commerce. Dies habe ich so jetzt schon dreimal gekauft und konnte damit in jedem Frühjahr (seit 2020) die entsprechende Pflege aller Bambusrohre durchführen. Das Set beinhaltet einen Chlorreiniger, mit welchem sich den Stockflecken und andere Verschmutzungen am Bambus beseitigen lassen. Nach dieser Behandlung sollte man immer ein Pflegeöl auftragen (wie im Set enthalten). Anschließend strahlt der Bambus wieder in frischem Glanz.
Es wäre Unsinn, zu glauben, dass die Tiki Bar nach 6 Jahren aussieht wie am ersten Tag. Da wird auch der beste Reiniger nichts dran ändern. Ich persönlich finde unsere Bar mit der natürlichen Patina aber noch schöner als am Anfang. Sie ist ja nicht dreckig oder schmutzig, der Bambus ist einfach gealtert und sieht nun anders aus.
Beim Palmenblattdach gibt es hingegen keine Möglichkeit der Pflege. Wie oben Beschrieben nutze ich je Dachseite 4 Matten, welche sich zum Teil überdecken. Die zwei oberen, welche komplett Regen und Schnee ausgesetzt sind, müssen i.d.R entsorgt werden. Die beiden Unteren nutze ich je nach Zustand noch eine weitere Saison, dann aber als obere Matte. Unten kommen dann neue Matten zum Einsatz.
Die Holztheke sowie die sichtbare umlaufende Kante vom Holzboden bearbeite ich nach Bedarf leicht mit mit Excenterschleifer und behandele sie anschließend mit Holzöl. Mein Favorit ist hier das
Yacht & Teaköl von Oli Natura, kommt bei mir fast überall im Außenbereich zum Einsatz.
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